Erfassen Sie Druckwert und Druckreferenz gemeinsam

Drucksensoren auswählen und anwendungsspezifische Messelektronik entwickeln

Ein Drucksensor wandelt den von einem Gas oder einer Flüssigkeit ausgeübten Druck in ein elektrisches Messsignal um. Die Überwachung einer Kompressorleitung, das Erkennen eines verstopften Filters und die Regelung eines Vakuumprozesses benötigen unterschiedliche Referenzen und Sensoren. VOMRO bewertet die Auswahl eines passenden Sensorelements oder fertigen Transmitters gemeinsam mit analoger Messschaltung, Embedded-Software, Kommunikation und mechanischem Anschluss. Ziel des Projekts ist nicht nur ein Bar-Wert auf dem Display, sondern das Wissen, unter welchen Bedingungen dieser Wert verlässlich ist.

Fertiger Drucksensor mit Gewindeprozessanschluss, zylindrischem Edelstahlgehäuse und oberem Steckverbinder
Symbolisches Sensorproduktbild.
ReferenzAbsolut, relativ oder differenziell
SchnittstelleBrücke, Spannung, Strom oder digital
AuswahlMedium, Messbereich und dynamisches Verhalten

VOMRO Engineering-Ansatz

Neben „Wie viel bar?“ muss die erste Frage auch „Bezogen worauf?“ lauten.

Die Angabe „10-bar-Sensor“ reicht für eine Angebotsanfrage nicht aus. Auch Messmedium, Normaldruck, kurzzeitige Druckstöße, Temperatur, Anschlussgewinde und zulässiger Fehler müssen genannt werden. Ein System zur Filterüberwachung mit geringem Differenzdruck kann beispielsweise hohen Leitungsdruck aushalten müssen. Eine kleine Messdifferenz und ein großer gemeinsamer Druck sind unterschiedliche Anforderungen.

Der hier beschriebene Ansatz ist kein Produktkatalog. Er erläutert die Entscheidungspunkte für ein neues Gerät, eine Messplatine für eine vorhandene Maschine oder ein Fernüberwachungssystem. Erfüllt ein fertiger Transmitter die Anforderungen, kann dessen Integration in Ihr Gerät sinnvoller sein als die Entwicklung eines eigenen Sensorelements.

Die gesamte Messkette

Von der erfassten Größe zu nutzbaren Daten

  1. 01Medium und Referenzdruck
  2. 02Membran und Sensorelement
  3. 03Frontend und Temperaturkorrektur
  4. 04Druckart, Einheit und Aufzeichnung

Prinzipschema. Tatsächlicher Messbereich, Fehlerbudget und Verifizierungsplan werden anwendungsspezifisch festgelegt.

01

Unterschiede zwischen Absolut-, Relativ- und Differenzdrucksensoren

Absolutdruck bezieht sich auf das ideale Vakuum, Relativdruck auf den atmosphärischen Druck der Umgebung. Differenzdruck ist der Unterschied zwischen zwei Anschlusspunkten. Deshalb zeigt ein zur Atmosphäre offener Relativdrucksensor ungefähr null an, während ein Absolutdrucksensor den Atmosphärendruck anzeigt. Auch bei gleicher Einheit sind Werte mit unterschiedlichen Referenzen nicht direkt vergleichbar.

Für Vakuumverpackungen kann Absolutdruck, zur Überwachung pneumatischer Leitungen Relativdruck und für Lüftungsfilter Differenzdruck geeignet sein. Die endgültige Auswahl hängt von der Prozessregelung ab. Neben „kPa“ auch die Referenzart zu speichern, verringert Interpretationsfehler zwischen Geräten. Bei Sensorbauarten mit Belüftungsöffnung gehört deren Schutz vor Feuchtigkeit und Verstopfung ebenfalls zur mechanischen Entwicklung.

02

Messbereich, Überdruck und Berstdruck sind nicht dasselbe

Der Messbereich bezeichnet den Bereich, in dem der Sensor innerhalb der angegebenen Fehlergrenzen arbeitet. Die Überdruckfestigkeit beschreibt die darüberliegende Grenze ohne dauerhafte Beschädigung, der Berstdruck eine separate Grenze für die Gehäuseintegrität. Einen Druck auszuhalten bedeutet nicht, ihn korrekt messen zu können. Dauer und Anzahl der Druckstöße müssen ebenfalls berücksichtigt werden.

Eine kurze Druckspitze beim Anhalten einer Pumpe kann beispielsweise auf einer langsamen Aufzeichnungsanzeige unsichtbar bleiben. Zunächst werden deshalb die tatsächlichen transienten Ereignisse in der Leitung gemessen; daraus ergeben sich erforderliche Bandbreite und Schutzanordnung. Ein Dämpfer oder eine enge Passage kann mechanischen Schutz bieten, unterdrückt aber auch schnelle Ereignisse. Der Abnahmeplan beschreibt ausdrücklich das Verhältnis zwischen Schutz und dem zu messenden dynamischen Verhalten.

03

Wie werden medienberührte Materialien und Montage gewählt?

Selbst wenn die Elektronik des Sensors geeignet ist, lässt sich die Messung nicht dauerhaft betreiben, wenn Membran, Dichtung oder Anschlussmaterial nicht zum Medium passen. Öl, Wasser, Kältemittel und chemische Lösungen erfordern unterschiedliche Bewertungen. Materialien benetzter Flächen, Reinigungsmittel, Partikel und Frostgefahr werden anhand der Herstellerunterlagen geprüft. Die Bezeichnung „rostfrei“ allein verspricht keine Beständigkeit gegen sämtliche Chemikalien.

Für den Anschluss werden Gewindenorm, Dichtfläche und Anzugsmoment festgelegt. Ablagerungen in einem engen Druckkanal oder Montagekräfte auf das Gehäuse können im Feld zu Messwertverschiebungen führen. Werden Anschlüsse benötigt, die heißes Medium von der Platine fernhalten, wird auch die Ansprechverzögerung untersucht. Dass die Konstruktion nach Demontage und Wiedermontage im Service dasselbe Ergebnis liefert, ist ebenso wichtig wie die Erstmontage.

04

mV-Brückenausgang, 0–10 V, 4–20 mA und digitale Anbindung

Ein nacktes Sensorelement mit Widerstandsbrücke erzeugt ein kleines Differenzsignal. Erregungsquelle, driftarmer Verstärker, Filter und Analog-Digital-Wandler werden gemeinsam ausgelegt. Bei einer geeigneten ratiometrischen Architektur kann die Kopplung von Brückenspeisung und Wandlerreferenz den Einfluss von Versorgungsschwankungen reduzieren. Gleichtaktspannungsgrenzen am Eingang, Nullpunktoffset und Temperaturverhalten werden in jedem Fall geprüft.

Bei fertigen Transmittern kommt 4–20 mA für lange Feldkabel infrage; dabei müssen jedoch Schleifenversorgung, Lastwiderstand und Spannungsabfall im Kabel berechnet werden. Spannungsausgänge und digitale Schnittstellen werden ebenfalls nach Entfernung und Störumgebung gewählt. In VOMRO-Projekten kann neben dem Messwert ein eigenes Softwareverhalten für Kabelbruch, Bereichsüberschreitung, Kommunikationsverlust und ungültige Daten definiert werden.

05

Wie werden Auflösung, Gesamtfehler und Kalibrierung bewertet?

Viele Stellen auf dem Display belegen keine hohe Genauigkeit. Nullpunktverschiebung, Spannenfehler, Nichtlinearität, Hysterese, Temperatureinfluss und Langzeitdrift sind unterschiedliche Beiträge. Es wird geprüft, ob sich eine prozentuale Fehlerangabe im Datenblatt auf den Endwert oder auf den Messwert bezieht. Einen Sensor mit großem Messbereich ständig am unteren Ende zu betreiben, kann insbesondere bei endwertbezogenen Fehlerangaben ungeeignet sein.

Bei der Projektabnahme werden Referenzgerät, Messpunkte, steigende und fallende Druckschritte, Wartezeit und Umgebungstemperatur dokumentiert. Justierung und Kalibrierprotokoll werden getrennt betrachtet: Die Korrektur eines Wertes beseitigt nicht die Unsicherheit. Bei Geräten mit wechselnder Umgebungstemperatur gilt eine reine Nullpunktjustierung bei Raumtemperatur nicht als ausreichend. Die erforderlichen Temperaturpunkte werden nach dem tatsächlichen Einsatz festgelegt.

06

Wie wird eine maschinenspezifische Drucküberwachung geplant?

In einem beispielhaften Filterüberwachungsprojekt kann neben der Differenz zwischen Ein- und Ausgang auch der Betriebszustand des Lüfters aufgezeichnet werden. Eine geringe Differenz bei abgeschalteter Anlage wird dadurch anders bewertet als bei einem sauberen Filter. In einem Pumpenprüfgerät lassen sich Druck, Temperatur und Zeit gemeinsam erfassen. Dies sind Entwicklungsszenarien, keine fertigen Produkte oder vorweggenommenen Leistungszusagen.

Auf dem Bedienbildschirm bleiben Maßeinheit, Referenzart, Zeitpunkt der letzten Aktualisierung und Sensorstatus sichtbar. Nach Wiederkehr der Stromversorgung darf das Aufzeichnungssystem einen alten Wert nicht als neue Messung ausgeben. Neben der Alarmschwelle werden Verzögerung, Hysterese, Benutzerberechtigung und Störmeldung festgelegt. So werden korrekte Messung der Platine und fundierte Entscheidungen des Bedieners gemeinsam berücksichtigt.

07

Welche Angaben werden für ein Drucksensorprojekt benötigt?

Zu Beginn können Prozesszeichnung, Angaben zum Medium, Normal- und Höchstdruck, gewünschte Fehlergrenze, schnellstes Ereignis und Einbauraum bereitgestellt werden. Bei einem vorhandenen Sensor verkürzen genaue Typenbezeichnung und Datenblatt die Auswahl. Es ist auch anzugeben, ob die Messung nur der Überwachung oder der Maschinensteuerung dient: Die Folgen eines Fehlers führen zu unterschiedlichen Konstruktionsentscheidungen.

VOMRO legt anhand der Machbarkeit den Umfang von Sensorintegration, Schaltplan und PCB, Firmware, Benutzeroberfläche und Gehäuseentwicklung fest. Prototypenzahl, Prüfaufbau, Abnahmegrenzen und Übergabe der Quelldateien werden im Angebot konkretisiert. Ist eine externe Konformitätsbewertung erforderlich, wird deren Prüfumfang zusammen mit dem Einsatzzweck geplant. Die Bescheinigung einer Komponente verleiht dem fertigen Gerät nicht automatisch dieselbe Konformität.

Auswahl nach Druckreferenz; das endgültige Modell wird anhand von Medium und Betriebsbedingungen verifiziert.
TypReferenzBeispielbedarfKritischer Prüfpunkt
AbsolutIdeales VakuumVakuumprozess, barometrische ÜberwachungAbsoluter Messbereich und Nullpunktkonzept
RelativLokale AtmosphäreHydraulik- und PneumatikleitungBelüftung und Montageumgebung
DifferenziellZweiter DruckanschlussFilter, Durchfluss und geschlossener TankGemeinsamer Leitungsdruck und einseitige Belastung

Wie es funktioniert

Es ist ein offener Prozess vom Start bis zur Auslieferung.

Nicht jedes Projekt sieht gleich aus; Die messbaren Anforderungen, die kontrollierte Überarbeitung und die Schritte zur Feldverifizierung bleiben jedoch unverändert.

  1. 01

    Wir definieren den Prozess

    Wir erfassen Medium, Druckreferenz sowie Grenzen für Druckstöße und Temperatur.

  2. 02

    Wir wählen die Messkette

    Wir bestimmen Sensorelement, Anschluss, Analogschaltung und Kommunikation.

  3. 03

    Wir bauen den Prototyp auf

    Wir erproben Platine, Software und mechanischen Anschluss gemeinsam.

  4. 04

    Wir dokumentieren die Abnahme

    Wir verifizieren Ergebnisse und Fehlerzustände an festgelegten Druck- und Temperaturpunkten.

häufig gestellte Fragen

Vor Beginn des Projekts

Der technische Umfang, die zu liefernden Leistungen und der Testplan werden gemeinsam entsprechend den Anforderungen Ihres Projekts geklärt.

Was unterscheidet einen Drucksensor von einem Drucktransmitter?

Das Sensorelement wandelt Druck in eine elektrische Änderung um. Ein Transmitter verarbeitet dieses Signal in der Regel zu einem definierten Ausgang, etwa 4–20 mA oder einer Spannung. Da Hersteller unterschiedliche Bezeichnungen verwenden, werden Ausgangs- und Versorgungseigenschaften gesondert geprüft.

Wird für Vakuum ein Unterdrucksensor benötigt?

Entscheidend ist die zu überwachende Größe. Vakuum relativ zur Atmosphäre lässt sich als negativer Relativdruck, der tatsächliche Gasdruck mit einem Absolutdrucksensor überwachen. Die beiden Ansätze haben unterschiedliche Nullpunktreferenzen.

Schützt ein höherer Messbereich den Sensor?

Er kann unter Umständen die Belastbarkeit erhöhen, beeinflusst jedoch Messauflösung und Fehlerbudget. Dauerbetriebsbereich, kurze Druckspitzen und die Überdruckgrenzen des Herstellers müssen gemeinsam betrachtet werden.

Wie lang darf ein 4–20-mA-Kabel sein?

Es gibt keine allgemeingültige Entfernung. Die Schleife wird anhand von Versorgung, Mindestspannung des Transmitters, Last, Kabelwiderstand und elektromagnetischer Umgebung berechnet. Auch Kommunikations- oder Isolationsanforderungen hängen vom Projekt ab.

Ist jeder Drucksensor für Wasser und Öl geeignet?

Nein. Benetzte Flächen, Dichtung, Temperatur, Reinigungsmittel und Druckanschluss werden für das betreffende Medium verifiziert. Ein passender Messbereich allein belegt keine Materialverträglichkeit.

Können Sie eine Ausleseplatine für einen vorhandenen Sensor entwickeln?

Nach Prüfung von Sensordatenblatt, Ausgangsformat und Leistungsziel können bei geeigneten Projekten Ausleseplatine, Firmware, Datenaufzeichnung und mechanische Integration entwickelt werden. Der genaue Umfang wird nach der Machbarkeitsprüfung festgelegt.

Ihr Projekt, Ihr Produkt

Wir entwickeln vertraulich und übergeben die Quelldateien.

Vor dem Austausch technischer Details können wir mit einer Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) arbeiten. Zum Projektabschluss übergeben wir Ihnen die von uns entwickelten Quellcodes, Designdateien und technischen Dokumente.

  • Vor der Weitergabe technischer Informationen NDA
  • Von Beginn an eine klare Übergabeliste
  • Quell- und technische Dateien am Ende des Projekts
Unser Datenschutz- und Lieferprozess
Beginnen wir mit Ihrer Idee

Definieren wir gemeinsam Ihre Druckmesskette

Teilen Sie Medium, Druckbereich, gewünschte Genauigkeit und Anschlussbedingungen mit. Wir bewerten eine kundenspezifische Elektronik oder die Integration eines fertigen Transmitters.